Allgemeines
Jühnsdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und liegt im Landkreis Teltow-Fläming.Jühnsdorf entstand im 13. Jahrhundert als Siedlung deutscher Bauern. Damals hieß das Dorf noch Judensdorp oder Gudensdorp. Es umfasste zu dieser Zeit 128 evangelische Einwohner, denen 321ha gehörten und 128 Großbauern, denen 814ha Land gehörten.
Jühnsdorf wurde das erste Mal in der Urkunde "Rodenseß" des "Herren zu der Zossen" Friedrich von Torgow von 1372 beiläufig erwähnt. Ausführlich erwähnt wurde das Dorf im Landbuch, das während der Regierung von Kaiser Karl IV entstanden war. Dieses Buch umfasste die Abgaben, die den Markgrafen und der Kirche gezahlt werden mussten.
Insgesamt gab es 13 Hufen. Von diesen besaß der Pfarrer vier. Auch Tyle Parys, ein von Schöneberg begünstigter Bauer, besaß fünf Freihufen. Die übrigen wurden von den Bauern bestellt, die jedoch pro Hufe Abgaben leisten mussten.
Wusterhuse, ein Bauer, der sich sein Land von Heine Selchow erkauft hatte, bezog Pacht von fünfzehn Hufen. Parys bezog Pacht von 11 Bürgern. Die Abgaben waren dem Schloss Mittenwalde übertragen gewesen. Im Dorf lagen 18 Kossätenhöfe.
Parys und Wusterhuse waren wegen einem in Selchow geschlossenen Kaufvertrages im Besitz der Gerichtsbarkeit und des Patronats.
Im Jahr 1450 wurden die Milow als markgräfliche Lehnsträger in "Jodenstorff" eingeführt. Dies geschah durch das zusammengestellte Schloßregister, das durch den Befehl von Friedrich dem II. entstanden war. Zu dieser Zeit gab es nur noch zwölf Kossäten.
Neben Milow hatte auch der Bürger Batholomäus Bergholz bedeutende Gerechtsame in "Gudestorf".
Um 1487 hatte kurzfristig der kurfürstliche Rat und Hofmeister Kurt von Schlabrendorf, dessen Nachkomme als Patron "Kollatores" erschien, das Dorf besessen. Danach ging es zum Ende des 16. Jahrhunderts in den Besitz von Otto Hage über.
Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges betrug die Zahl der Hufner nur noch acht, die der Kossäten elf. Während des Krieges wurden sechs Hufner- und neun Kossätengüter zerstört, so dass im Jahre 1632 berichtet wurde, dass nur noch Hehne und Staben, sowie Schmidt und Konad übrig blieben. Zusätzlich waren noch einige andere Leute aus anderen Städten hinzugezogen.
Doch bald erholte sich das Dorf. 1671 fasste "Guedenstorff" wieder acht Bauern und elf Kossäten. Auf der Gemarkung lagen zwölf Ritter- und vierundzwanzig Bauerhufen. 1684 wurde das Dorf an Joachim von Otterstedt verkauft.
1780 geriet die Familie von Otterstedt in einen Vermögensverfall. Deswegen verkauften sie Jühnsdorf 1785 an Erasmus von Redern, der aus dem alten märkischen Adel kam. Ein Jahr später existierten nur fünf Bauern und neun Kossäten.
Um 1813 fand der Herbstfeldzug in Jühnsdorf statt. Am 22. und 23. August zogen sich die geschlagenden Sachsen und Franzosen zurück. Dabei ließen sie Waffen und Munition zurück und hinterließen Kriegsschäden in dem Dorf.
Nach dem Tode von Katarina v. d. Gröben geriet Jühnsdorf in den Besitz des Hauptmannes v. d. Knesebeck. 1824 hat Friedrich Wilhelm Ludwig von der Knesebeck den Grundstein für das Gutshaus der Familie gelegt. Das Schloss liegt auch heute noch in der Mitte des Dorfes.
Eins der interessantesten Gebäude in Jühnsdorf ist auch die Kirche, die von einer aus Feldsteinen bestehenden Mauer umgeben ist. Diese Kirche wurde in zwei Bauperioden aufgebaut.
Die Namen und Wappen der Familien von Otterstedt, Hage und von der Knesebeck kehren auf Grabsteinen, den modernen Grabsteinen und Erinnerungstafeln wieder.
Erläuterungen
Freihufen = Ein von Abgaben und Lehnspflichten freies Bauerngut.Gerechtsame = Recht oder Vorrecht, mit dem man etwas tat, besaß oder nutzte.
Kossäten = Hausbesitzer
Gemarkung = Zusammenhängende Fläche aus mehreren Grundstücken.
Jühnsdorf Heute (Stand März 2010):
Fläche: ca. 19,8 km²
Einwohner: 302
Haushalte: 179
Koordinaten: 52° 18' N, 13° 23' O
 
letzte Aktualisierung: 13.07.2010